"Alle denken, ich wäre eine Schlampe":
ZDF-Doku über den Rufmord im Netz
Ninti (15) hat den Ruf die "größte
Schlampe der Schule" zu sein: Sie ist ein Opfer der inzwischen
gesperrten Internetplattform "I share gossip". (Quelle: ZDF)
Mobbing - das gezielte Schikanieren von jemandem - ist nichts Neues.
In den letzten Jahren aber hat sich der Tatort immer mehr von der
Schulklasse oder vom Büro ins Internet verlagert. Beim Cybermobbing können
die Täter anonym bleiben und beleidigende Äußerungen und persönliche
Informationen über ihr Opfer einer großen Öffentlichkeit zugänglich
machen. Die "37 Grad"-Reportage "Rufmord im Internet"
begleitete drei Jugendliche, die unter Mobbing leiden. Die Sendung geht der
Frage nach, wie dieser Psychoterror überstanden werden kann.
Es kann jeden treffen
Laut Forsa-Umfrage wird jedes achte Kind in Deutschland gemobbt. Andere
Studien gehen sogar davon aus, dass in neun von zehn Schulklassen wochenlang
ausgegrenzt und gedemütigt wird. Durch den Einsatz neuer Medien sind die
Hemmungen gefallen, denn im Internet lässt sich auch nach Schulschluss
schnell und ungeniert etwas verbreiten, das viele Mitschüler erreicht. Dass
es zudem jeden treffen kann - und nicht nur den typischen sogenannten "Nerd"
oder "Streber" -, zeigte die ZDF-Dokumentation "Rufmord im
Internet" aus der "37 Grad"-Reihe.
Der 14-jährige Jonah leidet unter seinen Mitschülern.
Aus diesem Grund drehte er ein Video, das bislang mehr als fünf
Millionen Mal aufgerufen wurde. zum
Video
Ninti (15): "Alle denken, ich wäre eine Schlampe"
"Im Internet steht, dass ich die größte Schlampe der Schule bin,
weil ich mit jedem, der mir über den Weg läuft, schlafen würde."
Ninti ist ein Opfer von Mobbing im Web. In Internetforen wie "I share
gossip" wird die 15-Jährige mit vollem Namen erwähnt und beschimpft.
Schüler versuchen, ihren Ruf zu zerstören, indem sie Lügen über das Mädchen
verbreiten: "Alle denken, ich wäre eine Schlampe."
Ninti kann niemanden zur Rede stellen, denn die Verursacher sind
unbekannt, bleiben anonym. "Alle können es lesen und glauben, was da
steht. Wenn ich in die Schule komme, tuscheln sie über mich. Jungs kommen
auf mich zu und fragen, ob ich das, was im Internet steht, auch mit ihnen
machen könnte."
Schulleiter verklagt "I share gossip"
Doch Ninti findet sich nicht mit der Situation ab und wehrt sich. Zwar
kann sie nicht herausfinden, wer diejenigen sind, die sich im Internet über
sie auslassen, doch sie fasst den Entschluss die Plattform "I share
gossip" zu verklagen. Im Polizeipräsidium Frankfurt, wo sich
inzwischen Polizeibeamte speziell um Fälle von Cybermobbing kümmern, wird
Ninti erklärt, dass sie für eine solche Klage volljährig sein müsste.
Nachdem Ninti daraufhin auch den Schulleiter informiert, beschließt
dieser das Internetforum selbst zu verklagen. Ob ihm das mit Erfolg gelingt,
bleibt offen - allerdings wird "I share gossip" in der
Zwischenzeit gehackt und somit außer Kraft gesetzt. Dieses Problem ist
Ninti los. Doch ihr Vertrauen in andere Menschen und vor allem in den Großteiler
ihrer Mitschüler hat erheblich gelitten.
Wenn Schule zum Spießrutenlauf wird
Sylvia Hamacher wurde eineinhalb Jahre lang gemobbt, zunächst von den
Klassenkameraden, dann von der ganzen Schule. Jemand streute üble Gerüchte:
per stille Post, per SMS und auch übers Internet. Die Schule wurde zu einem
einzigen Spießrutenlauf. "Irgendwann habe ich gedacht, ich muss etwas
an mir haben, was andere so provoziert. Und weil ich die Schuld bei mir
gesucht habe, habe ich mich auch immer schlechter gefühlt, als dumm, als hässlich,
als widerlich und als ein Mensch, der es gar nicht verdient hat zu
leben."
Für Sylvia stand der Selbstmord schon fest
Als Sylvia, weil sie und ihre Eltern es nicht mehr aushielten, schließlich
das Gymnasium wechselte, fand das Mobbing ein Ende. Aber Sylvia fühlte sich
weiter als Außenseiter und es brauchte viel Zeit und die Hilfe eines
speziellen Coaches, bis sie ihr Selbstbewusstsein zurück erlangte.
Später schreibt sie ihre Mobbing-Erfahrungen in dem Buch "Tatort
Schule" nieder und hält Lesungen in Schulklassen. Während eines
solchen Vortrags erklärt sie: "Es gab ein Zeitpunkt, in meinem Leben,
in dem ich mir gesagt habe, es ist für mich besser, wenn ich mein Leben
jetzt beende." Der Selbstmord war in dieser Phase für Sylvia keine
Frage mehr: "Das stand für mich fest."
Tatort Klassenzimmer: "Tanz, Tobi!"
Sylvia und Ninti sind keine Einzelfälle. Dem Berliner Landesinstitut für
Schule und Medien zufolge soll bereits jeder vierte Berliner Jugendliche von
Cybermobbing betroffen sein. Neben Verunglimpfungen im Internet oder Rufmord
per SMS finden viele Mobbingfälle nach wie vor im Klassenzimmer statt.
So zum Beispiel bei Tobias: Der 14-jährige hat eine Klasse übersprungen.
Als er neu in die Stufe kam, war er fast zwei Jahre jünger als seine Mitschüler.
Auch er wurde zum Mobbingopfer. "Ich musste mir immer mehr dumme Sprüche
anhören, wurde von den anderen fertig gemacht. In der Umkleidekabine beim
Duschen wurde ich mit heißem Wasser aus einem Schlauch abgespritzt. Die
anderen fanden das witzig und haben gesagt: Tanz, Tobi!"
Für Tobias ist das Schlimmste überstanden
Lange versuchte Tobias, seinen Peinigern zu entkommen, indem er sich
aktiv wehrte oder sich passiv verhielt, sich anpasste und so tat, als hätte
er es nicht anders verdient - alles ohne Erfolg. Die Situation eskalierte.
Als sich die Eltern von Tobias an die Schule wenden, greifen Lehrer und
Sozialarbeiter ein. Bis heute arbeiten sie mit Tobias, seinen Tätern und
Mitläufern, aber auch mit der ganzen Klasse, um den Zustand aufzubrechen
und für ein besseres Klassenklima zu sorgen.
Aus Sicht des Lehrers der betroffenen Klasse ist die klassenpädagogische
Arbeit noch lange nicht beendet, aber Tobias versteht sich nun besser mit
seinen Klassenkameraden und konnte sogar die Klassenfahrt mit seinen Mitschülern
genießen.
Immer wieder Meldungen über Selbstmordfälle
Auch wenn Ninti, Sylvia und Tobias die Torturen, die sie aufgrund des
Mobbings durchlebten, nicht vergessen können, sind ihre Geschichten bisher
noch einmal glimpflich ausgegangen. Denn immer wieder gibt es Nachrichten über
Teenager, die Opfer von Cybermobbing wurden und ihren einzigen Ausweg im
Selbstmord sahen.
Nachtrag vom Webmaster dieser Seite:
Gleiches findet, nur unter Erwachsenen,
unter der Internetplattform " AOL.com " zum Beispiel: US
Places Germany 1 Chat statt, von Usern wie...
" Eierschale Twiety
"
" FreddiederPoet
" "
Checko51 "
" Tomatenkiller
"
" XYKillertomate "
" Run Dog 46"
Um nur drei Usernamen mit jeweils
einem gesicherten Unternick zu nennen.
Dazu klicken Sie bitte folgende Chatbilder
und Chat Logs
an.
Dies ist auch ein Grund, warum wir noch
im Jahr 2011, bei der Staatsanwaltschaft
Bonn Strafantrag
gegen den User " Eierschale Twiety " einreichen werden.
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