12.01.2012

 

                                                   

                                                                    

                                                                          

 

                                                   

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

                                  

 

       

 

 

                                    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

Das Netz ist ein Freifahrtschein für Beleidigungen der übelsten Art: Garantiert anonym können Schüler auf der Web-Seite iShareGossip lästern und pöbeln, Erwachsene nutzen dafür Chat-Räume wie AOL.com " US Places Germany und US Places Germany1 " Durch die Netzhetze werden Opfer bis ins Elternhaus, sogar bis in die eigene Stadt und Wohnung verfolgt. Wie man sich wehren kann, versuchen wir hier zu erklären..

 

1  Rat = Machen Sie Fotos von den Blogs, den Foren oder  Chat-Räumen, gehen Sie damit zur Polizei.

2  Rat = Sobald Ihnen die Übeltäter bekannt sind (Mit Foto, Namen oder Anschrift) erstatten Sie Anzeige.

3  Rat = Suchen Sie sich Hilfe bei einem Rechtsanwalt oder 

 

auch im Internet ist es nicht erlaubt, andere zu diffamieren und zu beleidigen. Doch den Betreibern von Pöbel-Plattformen wie "isharegossip" auf die Spur zu kommen und die Seiten abzuschalten, ist oft nicht einfach. Die einschlägigen Adressen werden über soziale Netzwerke wie Facebook und SchülerVZ weitergegeben und viele Schüler kennen sie. Cybermobbing ist weit verbreitet und die Tendenz ist steigend.

Vorrangiges Ziel muss daher die Aufklärung der Opfer, Täter und unbeteiligten Zuschauer sein. Und noch wichtiger: Opfer und potentielle Opfer müssen wissen, wo sie Hilfe bekommen können, wie sie das verarbeiten können, was ihnen angetan wurde, und wie sie sich wehren können.

 

Weiteres:

 

 

  • Bleib ruhig! Lass dich nicht von Selbstzweifeln beherrschen. Denn: Du bist okay, so wie du bist – an dir ist nichts falsch.
  • Sperre die, die dich belästigen! Die meisten Websites und Online-Anbieter geben dir die Möglichkeit, bestimmte Personen zu sperren. Nutze dieses Angebot, denn du musst dich nicht mit jemandem abgeben, der dich belästigt. Wenn du mit Anrufen oder SMS belästigt wirst, kannst du auch deine Handynummer ändern lassen.
  • Antworte nicht! Reagiere nicht auf Nachrichten, die dich belästigen oder ärgern. Denn genau das will der/die AbsenderIn. Wenn du zurückschreibst, wird das Mobbing wahrscheinlich nur noch schlimmer.
  • Sichere Beweise! Lerne, wie du Kopien von unangenehmen Nachrichten, Bildern oder Online-Gesprächen machen kannst. Sie werden dir helfen, anderen zu zeigen, was passiert ist. Außerdem kann mit den Beweisen auch dein/e PeinigerIn gefunden werden.
  •  
Unterstütze Opfer! Wenn du mitbekommst, dass jemand anderer per Handy, Internet oder SMS belästigt wird, dann schau nicht weg, sondern hilf ihm/ihr und melde den Vorfall. Wenn der/die TäterIn merkt, dass das Opfer nicht alleine gelassen wird, hören die Beleidigungen oft schnell auf.

 

Schütze deine Privatsphäre! Sei vorsichtig, welche Angaben du im Internet machst. Deine persönlichen Daten (E-Mail-Adresse, Wohnadresse, Handynummer oder private Fotos) können auch von „Cyber-Bullys“ gegen dich verwendet werden. Achte insbesondere darauf, deine Zugangsdaten geheim zu halten und ein sicheres Passwort zu verwenden.

 

Vertraue dir! Wichtig ist, dass du an dich selbst glaubst und dir nichts von anderen einreden lässt. Lass dich nicht fertigmachen und mach keine anderen fertig!

 

 

 

Die "Null-Toleranz-Strategie"

 

 

Kriminaldirektor Andreas Mayer ist Geschäftsführer des Programmes Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK). Er rät allen Opfern, insbesondere jenen, die "vor den Augen aller", also im Internet, gemobbt wurden, eine absolute Null-Toleranz-Strategie zu fahren: Wichtig sei es, so früh wie möglich dem oder den Tätern klarzumachen, dass man nicht gewillt ist, das Mobbing hinzunehmen und sich mit allen sinnvollen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen wehren wird. Dies bedeutet aber ausdrücklich nicht, dass man alleine dem mutmaßlichen Täter gegenübertritt oder sich überhaupt direkt mit ihm auseinandersetzt. Es geht vielmehr darum, dass der Täter sehr schnell zu spüren bekommt, dass sein Handeln unangenehme Konsequenzen haben kann.

 

Mayer rät den Betroffenen eindringlich davon ab, den Versuch zu starten, alleine mit dem Problem fertig zu werden. Er ist der Meinung, dass viele Kinder und Jugendliche solche Taten zu lange in sich hineinfressen, weil sie fälschlicherweise glauben, dass sie "hart sind und das wegstecken". Doch je länger das Ganze dauert, um so größer wird für die Opfer der Leidensdruck und um so schwieriger wird es, die Situation zu verarbeiten. Mayers Tipp: Nicht schweigen, sondern sich an Freunde, Eltern oder Vertrauenslehrer wenden. Sollte an einer Stelle das Problem nicht ernstgenommen werden, sei es wichtig, durchzuhalten und sich und sein Anliegen "nicht kleinreden" zu lassen. Es gilt weiter zu suchen, bis man jemanden gefunden hat, der einen unterstützt.

Andreas Mayer hält es für unumgänglich, dass Mobbing, das sich unter Schülern zugetragen hat, auch in der Schule thematisiert wird. Er empfiehlt klare Regeln für die Schule, also eine Art Verhaltenskodex, dem sich alle, also Lehrer und Schüler, aber auch Eltern verpflichten. Seiner Meinung nach sollte der Verhaltenskodex ein Verbot von Mobbing enthalten. Sollte jemand mehrfach dagegen verstoßen, kann durchaus ein Schulausschluss am Ende stehen.

 

                   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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